Hörecke weiß, daß sich das Kunstwerk erst in der Rezeption des Betrachters vollendet. Deshalb legt er größten Wert auf den Wahrnehmungsprozeß beim Betrachter. Der Betrachter von Höreckes Werken fühlt sich zu einem aktiven Tun, dem Wahrnehmen, und zugleich zum Nachdenken über dieses Tun herausgefordert. „Change your eyes and your mind follows“.

Diese Aufforderung zum bewußten Schauen, was wiederum ein Nachdenken bewirkt, gleitet bei Hörecke aber nicht in eine bloße Denksportaufgabe mit Bilderrätselcharakter ab. Der Betrachter nimmt empfindungsmäßig und gedanklich an dem Wahrnehmungsprozeß teil. Dies wiederum bewirkt die enge Verbindung zwischen der Unmittelbarkeit des Eindrucks und der Einsicht in das Wahrnehmen.

Dazu äußert sich Hörecke: „Was wir sehen, ist kein Gegebenes, sondern ein Produkt von Erfahrung einerseits und Erwartung andererseits. Für den Künstler wie für den Betrachter gilt es beides offen zu halten. Die mentale Disposition hat dabei die künstlerischen Eingriffe zu beantworten. Darüber hinaus vereint Hörecke auch weitere Aspekte der Wahrnehmungsästhetik in seiner Malerei wie die Konnotation begleitender Vorstellungen, die individuellen Assoziationen, die Erinnerungen und das kulturelle Wissen, die zur Rezeption erforderlich sind.
In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß Höreckes Malerei seit den Horizontbildern die Chance ergriffen hat, durch konsequente Reduktion Platz zu schaffen für die schöpferische Mitarbeit des Betrachters. Sie wirkt stimulierend. Geistige Aktivität ist gefordert und wird entschiedener in Gang gesetzt.