Die Kunst stellt das Bindeglied zwischen innen und außen dar, wobei die Form als äußere Erscheinung das innere Wesen der Dinge und den Gestaltungswillen des Künstlers widerspiegelt.
Steht die Form oder Stillage eines Künstlers zur Erörterung an, gerät der Interpret in Schwierigkeiten. Denn die Kunst wird gewöhnlich Hauptströmungen entlang beschrieben, die meist in einer Abfolge von Stilen, manchmal auch in einem Nebeneinander bestehen. Man sprach auch schon mal despektierlich vom „Gänsemarsch der Stile“ (Werner Spies), in den der einzelne Künstler eingeordnet wird und damit ein für allemal ein bestimmtes Markenzeichen aufgeprägt bekommt.

Hörecke hingegen entzieht sich sowohl einer ideologischen Ausrichtung, als auch einem bestimmten Stildiktat. Eine stilistische Einordnung muß auch insofern mißlingen, da sie, weil zu schematisch, der Individualität und Subjektivität innerhalb seines künstlerischen Anliegens und der formalen Umsetzung nicht gerecht würde. Andererseits ist es kein ungewöhnlicher Vorgang, wenn bei Hörecke zu Beginn seiner künstlerischen Entwicklung Adaption und Rezeption von Formenwelten vorherrschen. Vor allem der Prozeß der Synthese, die Weiterentwicklung des vorgefundenen Formenkanons zu einer individuellen Sprache und persönlichen Handschrift ist deshalb von besonderem Interesse, wenn Stillage und stilistische Entwicklung bestimmt werden sollen.