Die Romantik bedeutet für Hörecke- wie in den verschiedenen Werkphasen bereits angedeutet- ein zeitloses Ideal, das alleine rational nicht erklärbar, aber uneingeschränkt bestimmend für seine künstlerischen Vorstellungen ist. Sie gilt ihm als eine absolute Kunsthaltung, die ihm zugleich Wahrheit symbolisiert und die durch ihre Ausstrahlung einen Höhepunkt der Kunst bildet. Im intensiven Erleben der Romantik spiegelt sich ein Suchen Höreckes nach eigener Vervollkommnung, das sowohl durch den künstlerischen Anspruch als auch durch eigene Anlagen und Neigungen bewirkt wird. Vor allem in der gleichgewichtigen Synthese von Gefühlskräften und geistigen Ordnungen bestätigt sich die Erfahrung einer lebenslangen Orientierung.

C. D. Friedrichs Ausspruch: „Jeder ist Maßstab für sich“ ist auch für Hörecke bestimmend. Der sensible und in seinen tiefsten seelischen Schichten von der Romantik berührte Hörecke bewundert ihre komplexe Ausdrucksvielfalt sowie die transparente und ausgewogene malerische Artikulation.Obwohl J. W. Goethe den Ausspruch getan hat: „Klassisch ist das Gesunde, romantisch das Kranke“, bedeutet die Romantik für Hörecke die künstlerische Erfüllung. Sein häufig geäußertes Bekenntnis zur Romantik resultiert aus dem Bewußtsein einer intensiven Geistesverwandtschaft und reicht bis in seine Lebenseinstellung und teilweise bis in seine Lebensweise.

Die Bedeutung der Romantik für den geistig stets unabhängigen Hörecke entspricht seiner ganz persönlichen ästhetischen Überzeugung. Sie steht bei ihm aber im Gegensatz zu den verschiedensten nostalgischen Rückbesinnungen und „Retour“- Bewegungen bzw. als Reaktion auf Konzept- oder Minimal- Art und spiegelt aus Wahlverwandtschaft und künstlerischer Übereinstimmung ein Ideal, das seine eigenen schöpferischen Kräfte zu steigern vermag. Ihm bedeutet Romantik in keiner Weise einen historisierenden Rückgriff, sondern Konzept und Anspruch. Die Kenntnis dieses Romantikverständnisses muß beim Zugang zu Höreckes Malerei vorausgesetzt werden.